Holz-Pellets


Die Bemühungen der Europäischen Union, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zumindest zu beschränken, führte in den letzten Jahren zu einer rasanten Marktentwicklung bei den erneuerbaren Energien. Dabei erreichte der Pellet-Markt in der EU jedes Jahr neue Rekordumsätze. Der Verbrauch hat sich in den letzten 6 Jahren von ca. 5 Mio. Tonnen auf knapp 15 Mio. Tonnen verdreifacht. Die Produktion ist zwar ebenfalls gestiegen, konnte die Nachfrage jedoch nicht ausgleichen. Dieser Nachfrage-Überhang konnte nur durch Importe ausgeglichen werden, die dadurch im gleichen Zeitraum von 800 Tsd. auf 4,4 Mio. Tonnen in 2012 anstiegen.

Der EU Biofuls Report 2013 rechnet für 2020 mit einem Pellet-Verbrauch in Europa von 50-80 Mio. Tonnen. Die steigende Verwendung von Pellets sowohl als Brennmaterial für Heizungsanlagen als auch der Ersatz von Kohle in Kraftwerken wird dabei als treibende Kraft dieser Entwicklung gesehen. Bei einem Preisvorteil von 30%-40% gegenüber fossilen Brennstoffen ist dies nachvollziehbar. In Ländern wie Österreich und Italien ist die Wärmeversorgung mit Heizöl im Vergleich sogar bis zu 150% teurer. Vor diesem Hintergrund erhöht sich auch der Anteil gewerblicher Kunden bei der Wärmeversorgung in Kommunen und Industrie.

Preisvorteil Pellets

In den kommenden Jahren wird Europas Abhängigkeit von Pellet-Importen steigen. Bereits jetzt beträgt der Marktanteil der USA und Kanada ca. 40%. Um den steigenden Bedarf Europas zu decken werden dort die Produktionskapazitäten zügig ausgebaut. Aus Osteuropa werden weitere rund 27% importiert und auch hier bestehen noch Ausbaupotentiale.

Was hierzulande noch ein relativ junger Trend ist, hat andernorts bereits eine längere Tradition. Holzpellets werden in Nordamerika seit den 1980er Jahren zum Heizen genutzt. In Deutschland sind sie dagegen erst 1996 als Heizmaterial zugelassen worden. Seitdem boomt der heimische Markt: Während 1999 gerade einmal 800 Pellet-Anlagen in Wohnhäusern installiert waren, heizten im September 2010 bundesweit schonrund 140.000 Haushalte mit Holzpellets. Mit einem Heizwert von von fünf Kilowattstunden pro Kilogramm entspricht der Energiegehalt eines Kilos Holzpellets ungefähr dem von einem halben Liter Heizöl oder einemhalben Kubikmeter Gas.

Brennstoffkosten

Europaweit wächst der Pellet-Markt weiter. Vor allem in Italien, dem größten Markt, sind die Zuwachsraten weiterhin hoch. Markttreiber ist der Preisvorteil von Holzpellets im Vergleich zu fossilen Brennstoffen. Holzpellets sind in Europa mindestens 35 bis 40 % preiswerter als Heizöl. In Ländern wie Österreich, Dänemark und Italien ist die Wärmeversorgung mit Öl bis zu 150 % teurer.

Vor diesem Hintergrund wächst auch die Nachfrage im Segment gewerblicher Kunden weiter an. In Österreich wird in diesem Segment langfristig mit einem Marktanteil von etwa 25 % gerechnet.

Auf dem Strommarkt hat die Umstellung weiterer europäischer Kraftwerke von fossilen Brennstoffen auf Holzpellets, bzw. die Ankündigung zur Umstellung, zu einem weiteren Nachfrageanstieg nach großen Holzpellet-Mengen geführt. Branchenexperten erwarten einen steigenden Anteil von Importpellets aus Nordamerika und Osteuropa im mitteleuropäischen Wärmemarkt.